Viele Learnings, eine Entscheidung.

Die Geschichte darüber wie ich zum Lacrosse gekommen bin habe ich immer gerne erzählt. Es war der Homecomingabend meines Auslandsjahres 2009/2010 in den USA – genauer gesagt die Homecomingparty der Highschool Class of 2010. Ich saß in der Küche eines großen Einfamilienhauses und blickte auf eine klassische amerikanische Partyszene: Beerpong, Red Cups, Light Beer und irgendein krasser Fruitpunch. Auf einmal kamen drei Dudes zu mir und folgendes geschah:

Dudes: „Hey man, you are the German right?!“

Ich: „Sure man, that’s me.“

Dudes: „Can you drink this?“

Sie gaben mir ein gut gefülltes Shotglas. Ich zündete es an und es brannte lichterloh. Etwas Respekt hatte ich davor, aber ich dachte mir schlimmer als „Stroh 80“ kann es schon nicht sein. Ich beließ die Flamme aus und zog den Kurzen weg. Hat echt derbe gebrannt.

Für mehrere Sekunden schauten mich die Dudes erwartungsvoll an. Ich schaute zurück.

Dudes: „Don’t you have to puke?!“

Ich: „No, why?“

Dudes: „WTF? That was Everclear with 95% alcohol. You should puke.“

Ich: „Well, sorry to disappoint.“

Die drei, die mir wohl einen Streich spielen wollten, tuschelten kurz und drehten sich dann wieder zu mir.

Dudes: „Do you want to play Lacrosse? We recruit players for our team.“

Ich: „What is Lacrosse?“

Nun ja, ab da begann eine 10-jährige Reise. Eine Reise mit Höhen und Tiefen. Mit Erfolgen und Misserfolgen. Mit Freue und Tränen (und natürlich Freudentränen).

Aber viel wichtiger: eine Reise mit unglaublichen Erfahrungen, die Geld nicht kaufen kann.

Ich hatte das Glück auf nationalem so wie internationalem Level zu spielen und dabei viele tolle, verrückte Menschen kennenzulernen. Menschen, die sich getraut haben „mal was anderes auszuprobieren“ und voll „süchtig“ nach dem Sport geworden sind (genauso wie ich). Menschen, die mich zum Lachen gebracht haben und mit denen ich tolle Momente hatte (besonders auf den sommerlichen Lacrossetunieren.)

Lacrosse hat mir enorm viel gegeben und ich habe unglaublich viel gelernt: Selbstdisziplin, mentale Stärke, Konzentration, Teamwork, Ehrgeiz, Motivation, Körpergefühl, Herausforderungen überwinden, Verlieren können, und viel viel mehr.

Aber am wichtigsten: Man kann echt was schaffen, wenn man sich einer Sache hingibt und dabei ein tolles Team um sich hat.

Mittlerweile erzähle ich meine Geschichte, wie ich zum Lacrosse gekommen bin, nicht mehr so häufig. Mein Leben hat sich verändert und ich auch.

Lange habe ich darüber nachgedacht und jetzt meine Entscheidung getroffen. Ich höre auf mit Lacrosse und damit auch mit diesem Blog. (Naja, seit einem halben Jahr ist hier ja eh nichts mehr passiert 😉 )

Die Gründe für meine Entscheidung sind vielfältig. Meine Zwangspause nach Kreuzbandverletzung hat mich an andere Orte geführt und ich habe Gefallen am ortsunabhängigen Arbeiten und Leben gefunden. Dazu habe mich viel mit sozialen und ökologischen Problemen auf unserer Welt auseinander gesetzt und fühle, dass ich nach 10 Jahren Lacrosse nun meine Zeit und Energie auf die Erarbeitung von Lösungen für diese Probleme verwenden möchte.

Ich wünsche euch allen weiterhin eine geile Zeit und ganz viel Spaß am geilsten Sport der Welt. 🙂

Sticks up and peace out!

Euer Jonas
(Wer mag kann sich gerne über LinkedIn connecten: Link )

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Der Blog bleibt natürlich online, sodass hoffentlich der ein oder andere Nicht-Lacrosser auf diesen geilen Sport stößt oder der ein oder andere Lacrosser den ein oder anderen Tipp mitnehmen kann.

Falls jemand den Blog hier ließt und ihn gerne weiterentwickeln möchte, schreibt mir gerne unter jonas.nienau[at]hotmail.de.
Zu seiner „Hoch“-Zeit hatte der Blog im Monat 140-150 Besucher und 330 bis 411 Seitenansichten. Dazu eine Emailliste mit 72 Abonnenten. Eine Basis ist also schon geschaffen. 🙂

Persönlich fände ich es cool, wenn jemand mal einen Anfängerkurs mit Videos für Lacrosse macht. 😉



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